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FEIERN... Wir wollen feiern und den Kelch bis zum letzten Tropfen leeren! Wir wollen tanzen ohne Unterlass und wilde Sprünge machen! Dann, wenn der Tanz am Höhepunkt, dann sollen die Lampen erlöschen und in freier Liebe wollen wir uns ergehen! ( aus einer alten Hexen-Sage). Es ist das älteste Ritual der Menschen: Nachts ein Feuer entzünden und trommeln. Wir begeben uns in eine Ekstase (griechisch: heraustreten), jenseits von Tageswachheit und Tiefschlaf. In der Trance einer unter Schreien, Pfeifen und Tanzen durchwachten Nacht werfen wir unser gewohntes Ich wie Kleider von uns... Wir feiern keine Gottheit, keinen Sieg. Wer diesem Ritual angehört, entscheidet sich nicht durch Ausweis, Taufe oder Kleiderordnung, sondern durch das Ja!auf die Frage: Gehst Du auch feiern? (Michael Guzik / Raum 101). Nachdem alle frühen Kulturen in Tanz und Ekstase noch die Vereinigung mit dem Göttlichen feierten, so geriet die beginnende Neuzeit bei dieser Art Verzückung in sündhafte Not. Den christlichen Kirchen war der Tanz die teuflische Versuchung zur Unkeuschheit, ja die Aufforderung zur Geilheit, wie viele spätmittelalterliche Quellen belegen. Allerdings konnten die Menschen in den großen Städten wie etwa Lyon oder Frankfurt beim Feiern aus dem gewöhnlichen Alltag heraustreten: Denn mehr als die Hälfte der Tage eines Jahres waren öffentliche Feiertage ... (Henner Stang). Überall wird ekstatisch getanzt, alles befindet sich im Fluß, die Grenzen verschwinden. (Sinan). |
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