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DAS ALICE-PROJEKT

- Drogenmündigkeit und Kultur -


Seit mehreren Jahren ist Alice - The Drug- and Culture-Project auf Parties und Festivals, sowie in Schulen und auf Kongressen vertreten. Zu den wesentlichen Zielen gehört es, zur Entwicklung einer Drogenmündigkeit beizutragen - also zu einem mündigen Umgang mit psychoaktiven Substanzen. Dies klingt fast banal, ist in unserer Gesellschaft aber keineswegs selbstverständlich. Deutlich zeigt dies der in vielen Fällen völlig unreflektierte Umgang mit den sogenannten Partydrogen oder auch mit alkoholischen Getränken.

Dem Alice-Project geht es dabei weder um eine Tabuisierung noch um eine Beschönigung von Drogen. Es geht vielmehr um die Vermittlung von möglichst objektiven Informationen als Grundlage eines sachlichen und mündigen Verhältnisses zu Drogen.

Die entsprechenden Informationen stehen an den Ständen, im Alice-Bus und im Internet unter dem Motto ”Infos statt erhobener Zeigefinger” zur Verfügung. Die Flyer sind an den Bedürfnissen und Bedingungen ausgerichtet, die innerhalb der Jugendszenen und Musikkulturen gegeben sind, ohne sich an diese anzubiedern. Entsprechend ist der inhaltliche Ansatz von Alice ein lebensweltbezogener, der an einer kurzfristigen Risikominderung, einer Bewusstseinsentwicklung und einer Hilfe bei Problemen ausgerichtet ist. Dabei thematisiert Alice auch die soziokulturellen Rahmenbedingungen und versucht verändernd auf diese einzugehen.

Anerkanntermaßen gelang es dem Alice-Project die Drogenproblematik in regionalen Party-Szenen zu reduzieren. Generell bildet Alice einen Bezugspunkt vieler Jugendlicher, die ansonsten nicht erreicht werden bzw. ihren eigenen Aussagen gemäß nicht mit Erwachsenen über Drogen sprechen. Der Modellcharakter des Projektes wird durch seine Erfolge inzwischen zunehmend bundesweit gewürdigt.

An den Alice-Ständen sind Informationen zu den unterschiedlichsten Drogen erhältlich: Von Alkohol über Ecstasy bis zu Zauberpilzen, von Safer-Use-Hinweisen bis zu Fachbüchern. Daneben liegen beispielsweise Flyer mit kritischen Anmerkungen zur Party-Kultur oder mit antifaschistischen Texten aus. Zudem sind unter anderem Vitamin-Tabletten, Kondome, Ohrstöpsel und teilweise auch kostenloses Obst verfügbar. Die Mitglieder von Alice sind dabei für Gespräche aller Art offen und können auch bei Problemen weiterhelfen. Auf der Webpage von Alice besteht zusätzlich ein umfangreiches Angebot, das von Informationen über Beratungsmöglichkeiten bis zu Diskussionsforen reicht.

Für Schulen wurden besondere Konzepte entwickelt, die auf eine reflektierende Auseinandersetzung von SchülerInnen mit der eigenen Persönlichkeit, ihren (Jugend-)Kulturen und dem Verhältnis zu Drogen zielen. Die Konzepte schließen teilweise kulturelle Angebote ein, welche eine kreative Entfaltung ermöglichen. Die TeilnehmerInnen sollen im Sinne des Peer-Group-Prinzips angeregt werden, die entsprechenden Inhalte weiterzutragen und eigenständig Projektideen zu entwickeln.

Der Vorläufer von Alice, die Safe Party People, wurde 1995 gegründet, um dem Mangel an angemessenen Informationen zu psychoaktiven Substanzen und veränderten Bewusstseinszuständen, aber auch fehlenden Beratungs- und Hilfsangeboten ein neues Konzept entgegenzustellen. Im Mai 2000 schlossen sich die Safe Party People nach enger Zusammenarbeit dem Frankfurter Drogennotruf e.V. als eigenständiges Projekt unter dem Namen ”Alice - The Drug- and Culture-Project” an. Die Bezeichnung leitet sich von Lewis Carrolls Literaturklassiker ”Alice im Wunderland” ab, in dem ein Mädchen in einer anderen Wirklichkeit beglückende wie auch äußerst bedrohliche Erfahrungen macht. Sie setzt sich dabei mit sich selbst und der umgebenden Welt phantasievoll auseinander.

Nachdem die Arbeit lange ohne finanzielle Unterstützung durchgeführt wurde, wird das Projekt seit Juni 1998 von der Stadt Frankfurt bzw. dem Drogenreferat gefördert, wobei noch immer ein idealistischer und in weiten Bereichen ein ehrenamtlicher Ansatz im Vordergrund steht. Alice ist Mitglied in verschiedenen lokalen Gremien, sowie bundesweit im AK ”Healthy Nightlife” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Zudem gehört Alice zu den Gründungsmitgliedern der Zusammenschlüsse ”Sonics - Cybertribe-Netzwerk für Rhythmus und Veränderung” und dem europaweiten ”Basics - Network for Dance Culture and Drug Awareness”.

Da das Verhältnis zu Drogen in einem wesentlichen Maße in den umgebenden Bedingungen wurzelt, bezieht Alice verstärkt auf einer theoretischen wie auch auf einer praktischen Ebene soziokulturelle Aspekte in seine Projekte mit ein. Entsprechend ist Alice keineswegs ausschließlich auf den Umgang mit problematischen Erscheinungen konzentriert. Vielmehr soll neben der grundlegenden Aufklärungsarbeit zu einer Auseinandersetzung mit relevanten kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen angeregt werden. Dabei werden so unterschiedliche Aspekte wie die Entwicklung von Jugendkulturen, die Bedeutung veränderter Bewusstseinszustände oder auch die Selbstorganisation in kleinen Gruppen angesprochen.

Die Arbeit von Alice schließt darüber hinaus die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Perspektiven ein. Dazu gehört unter anderem das Verhältnis von sozialer Situation und Drogenkonsum, die Diskussion von Legalisierungskonzepten oder auch die Frage nach der Bedeutung psychoaktiver Substanzen im Zeitalter der Globalisierung. Zudem werden Erkenntnisse zur Bedeutung von entheogenen Drogen im Schamanismus ebenso einbezogen wie Studien der modernen Bewusstseinsforschung.

Alice wirkt selbst an der Durchführung von Parties und anderen Veranstaltungen mit. Daneben gestaltet das im Umfeld von Alice entstandene Projekt Connecta eigene Events. Wesentlich ist dabei, dass immer wieder versucht wird, Elemente zu integrieren, welche die weitverbreitete Konsummentalität etwas aufbrechen und zu einer kritischen Hinterfragung beitragen sollen, was sich letztlich auch auf das Verhältnis zu Drogen auswirkt. Das Alice-Art-Projekt rundet das Spektrum der kreativen bzw. kulturellen Angebote ab.

Von einer vorrangig idealistischen Basis ausgehend, zählt dabei die Verbindung verschiedener Ausdrucksformen unter Mottos wie ”Party, Mind and Politics” zu den zentralen Aspekten. So gehören teilweise neben einem vielfältigen Musikprogramm auch Vorträge, Filme und experimentelle Performances zu den Events, teilweise erweitert durch Workshops oder spezielle Angebote für Kinder am Nachmittag. Es geht dabei immer wieder um die Entwicklung von inneren und äußeren Freiräumen. In diesem Sinne gestaltet gestaltet Alice auf ausgewählten Veranstaltungen auch einen Chill-Bereich, der Raum bietet, die Rhythmen der Party relaxt zu genießen und dabei auch das Projekt näher kennenzulernen ...

Wolfgang Sterneck, 2005.

ALICE - The Drug- and Culture-Project
Heddernheimer Landstraße 145, 60439 Frankfurt am Main
Tel: 069-48 00 49 50 - Fax: 069-94 41 998
www.alice-project.de - contact@alice-project.de
Alice ist ein Projekt in Basis e.V.

Weitere Darstellungen:
- Alice-Projekt (kurz)
- Alice-Interview

”Würdest Du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?” fragte Alice.
”Das hängt davon ab, wohin Du möchtest!”, antwortete das Spiegelbild.
- Wohin willst Du ? -
.....
(aus einem Alice-Flyer)